Gesellenfreisprechung 2003 auf Kanalkreuzer


Hannover. -  „Leinen los“ hieß es am 5. September 2003, und der Kanalkreuzer „FGS Leineschloss“ legte mit 22 ehemaligen Auszubildenden, deren Eltern und Partnern sowie dem Prüfungsausschuss und Lehrern der Berufsbildenden Schule 3 Hannover zu einer vierstündigen „Erlebnisfahrt“ ab. Der besondere Ort diente auch in diesem Jahr wieder der Innung Hannover für die feierliche Freisprechung der Gesellinnen und Gesellen im Gebäudereiniger-Handwerk. An Bord erhielten die jungen Leute in einer Feierstunde ihren Gesellenbrief und ein Präsent von Frank Hering, Lehrlingswart der Innung des Gebäudereiniger Handwerks Hannover. Es gratulierte ebenso Hans-Rainer Bialas, 1. Vorsitzender in der Gesellen- Prüfungskommission. Zu dieser Freisprechungsfeier lud die Innung Hannover die Kandidaten der Abschlussprüfungen vom 28. September 2002, vom 15. Februar 2003 sowie vom 26. Juli 2003 ein. Von den insgesamt 21 Prüflingen hatten 15 ihre Prüfung bestanden. Zudem konnten neun Prüflinge ohne Ausbildung nach dem § 37 der Handwerksordnung (HwO) an der Prüfung teilnehmen. Sieben haben sie mit Erfolg abgelegt.

„Dieses ist natürlich nur der erste große Schritt in das Berufsleben“, betonte Frank Hering und wies auf die zahlreichen Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen in diesem Handwerk hin. Der nächste Meilenstein nach einer dreijährigen Gesellenzeit sei dann die Zulassung zur Meisterprüfung. Ob als Abteilungs-, Betriebs- und Niederlassungsleiter oder als eigener Firmenchef in unterschiedlichen Einsatzbereichen eröffnen sich Karrierechancen.

Frank Hering erklärte in seiner Festrede den jungen Gesellinnen und Gesellen auch ihre Möglichkeiten, sich in Gremien für ihren Berufsstand zu engagieren: zum Beispiel im Gesellenausschuss, der sich einmal pro Jahr trifft und über aktuelle Themen informiert. Zudem können die Mitglieder des Gesellenausschusses sich unter anderem auch bei der Vorbereitung vieler Vorschriften und Maßnahmen, die sich mit der Berufsausbildung von Auszubildenden in dem Gewerke beschäftigt, beteiligen.

Für Kai-Uwe Wietjes gab es neben der Urkunde und der üblichen Uhr noch ein weiteres Geschenk von der Innung. Er hatte die Gesellenprüfung mit Abstand am besten „gemeistert“: Im praktischen sowie im theoretischen Teil schnitt er mit der Note zwei ab. Er erhielt als Anerkennung ein Lexikon für Reinigungstechnik und ein Lob von Frank Hering, der ihn “als ein gutes Vorbild für zukünftige Auszubildende” bezeichnete.

Auch die Eltern von Kai-Uwe Wietjes waren stolz auf ihren Sohn. Wietjes Senior leitet ein modernes Unternehmen mit 35 Mitarbeitern, das erst seit fünf Jahren im Bereich der klassischen Gebäudereinigung tätig ist. Früher arbeitete er als Einsatz- und Bereichsleiter in Hannover. Auch der Junior interessierte sich für das väterliche Handwerk. Er absolvierte seine Ausbildung im elterlichen Betrieb in Celle. Kai-Uwe Wietjes möchte ganz schnell den Meistertitel machen, um dann später einmal die Firma zu übernehmen. Dazu gehört auch Weiterqualifizierung. Für Kai-Uwe Wietjes ist der Bereich der Schädlingsbekämpfung oder der Krankenhausreinigung eine interessante und anspruchsvolle Perspektive.

Hans-Rainer Bialas erinnerte in seinem Grußwort noch einmal an die Aufregung während der Prüfung. Bis zu sieben Teilnehmern in einer Gruppe mussten ihr Wissen und Können in den Aufgabenfeldern Glasreinigung mit Rahmen, Sanitärreinigung, Hartbodenbeläge und Teppichreinigung unter Beweis stellen. Die Prüfungskommission bestand aus drei Leuten. Meister, Geselle und Berufsschullehrer bewerteten zunächst die Arbeiten. Der Durchschnitt der Noten ergab das Prüfungsergebnis. Hans-Rainer Bialas (59), Prüfungsvorsitzender der Innung für den Gesellenbereich: „Die Weiterbildung in unserem Beruf ist das Wichtigste. Ständig ändern sich Vorschriften, und man muss sich informieren. Ganz wichtige Themen sind die Abwasserverordnung, der Chemiebereich oder die Schädlingsbekämpfung. Deshalb: Wer sich nicht weiterbildet, der bleibt auf der Strecke.“

Nach vier Stunden Fahrt machte das Schiff wieder am Ausgangspunkt Vahrenwalder Straße fest, und die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen gingen gut gelaunt und voller Stolz mit ihrer „Beute“ von Bord. Das Wetter war wie bestellt: Bei der Übergabe der Gesellenurkunden stand schon der Mond über der Ufersilhouette im Misburger Naturschutzgebiet und gab der Feier eine würdige Note.

Hier finden Sie Fotos.

[Text & Fotos: Ira Thorsting]





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