Qualifikationsmerkmal Meisterbrief
Hannover. -
Am 22. August 2003 war es wieder soweit: Das Bildungswerk Niedersachsen der
Gebäudereiniger e.V. (BWNG) in Hannover startete den berufsbegleitenden
Vorbereitungslehrgang auf die Meisterprüfung für die Teile I und II. An 42
Wochenenden wird in Theorie und auch in Praxis für das wichtigste Zertifikat
einer beruflichen Weiterbildung im deutschen Handwerk gelernt: den
Meisterbrief. Seit 1984 bietet der Landesinnungsverband Niedersachsen des
Gebäudereiniger-Handwerks diese Vorbereitungskurse an, und mehr als 250
Teilnehmer haben sie mit dem Meistertitel abgeschlossen.
Meister werden - warum? Handwerk war für die Öffentlichkeit immer ein
Qualitätsmerkmal. Nach wie vor gibt es viele Argumente für jeden, der sich
selbstständig machen und dazu sein Wissen auf den aktuellen Stand bringen
möchte. Selbst gut ausbilden kann nur der, der über ein hohes Maß an Wissen
und Können verfügt. „Als Geselle weiß ich, wie es geht. Als Meister muss ich
wissen, WARUM und wie es geht“, betont Michael Schuchmann (50), Obermeister
der Innung Hannover und Vorstandsvorsitzender des BWNG. Eine der Säulen im
Handwerk ist die Ausbildung, sie wird „auch in Zukunft den höchsten
Stellenwert einnehmen“, da ist sich Obermeister Schuchmann sicher.
Einer, der den letzten Kurs besucht hat und als Referent den künftigen
Seminarteilnehmern das Fachrechnen beibringen wird, ist Stefan Mantei (29):
„Bildung ist ganz einfach Macht, und man muss seinen Geist auf dem Laufenden
halten.“ Bereits seine Mutter hat den Meisterkurs beim BWNG absolviert.
Gesamtwirtschaftlich gesehen bedeutet die erfolgreiche Teilnahme an diesem
Lehrgang Qualitäts-, Ausbildungs-, Arbeitsplatzsicherung. Und für den
individuellen Prozess ist es einfach wichtig, sich stetig fortzubilden. Achim
Baumfalk (43), Referent beim BWNG und zuständig für Bereiche aus der
Fachtechnologie, ergänzt: „Es geht auch darum, Anerkennung in seinem
Berufsbild zu Papier zu bringen. Ich habe etwas getan, ich habe etwas
geleistet.“
Im fachpraktischen Teil I gilt es, vier Arbeitsproben und das Meisterstück zu
erarbeiten. Der fachtheoretische Teil II wird in fünf Bereichen geprüft:
Auftragsbearbeitung, Kalkulation, Fachtechnologie, Werkstoffkunde und
Schutzbestimmungen. „Diese berufsbegleitende Maßnahme ist anstrengend. Es
sind nicht nur zwei Tage in der Woche Anwesenheit im Kurs, sondern es muss
nachgearbeitet werden“, unterstreicht Michael Schuchmann. Theorie und Praxis
miteinander verbinden, das möchte Referent Achim Baumfalk . „Wenn man nur
Theorie macht, fehlt das Vorstellungsvermögen.“ Er sucht für seine
Themenbereiche die nötigen Praxisobjekte. Seine Formel lautet: 1 Tag Theorie
und am nächsten Tag Praxis. Auch für den ehemaligen Lehrgangsteilnehmer
Stefan Mantei war die Praxisausbildung besonders wichtig. „Es gibt viele
Bereiche, in denen man praxisorientiert ausbilden kann.“ Die Fassade des
Gebäudes der Innung Hannover wurde von den letzten Meisterkurs-Teilnehmern an
einem Wochenende auf Hochglanz poliert.
Veranstaltungsort ist das Bildungswerk Niedersachsen der Gebäudereiniger e.V.
(BWNG) in Hannover. Weitere Informationen und Teilnahmekonditionen erhalten
Sie unter Info-Telefon: 05 11 / 7 24 48 48 in der Zeit Montag bis Freitag von
9.00 bis 13.00 Uhr.
![]() Achim Baumfalk, Referent: „Es geht darum, dass alle Teilnehmer versuchen, die Theorie effektiv in die Praxis umzusetzen.“ |
![]() Michael Schuchmann, Obermeister, Vorstandsvorsitzender des BWNG und Inhaber der Firma Schuchmann Gebäudereinigung, Ronnenberg: „Das Wissen, das im Meistervorbereitungslehrgang vermittelt wird, sichert die berufliche Zukunft.“ |
![]() Stefan Mantei, ehemaliger Meisterkurseilnehmer und Referent beim BWNG: „Das BWNG hat den Spagat geschafft: Es wird sehr viel Wissen vermittelt – sehr praxisnah und prüfungsorientiert.“ |
[Text & Fotos: Ira Thorsting]


