„Sondersache“ WS 5071:
Miele-Sponsoring für die neue Lehrwerkstatt
Hannover. -
Im November 2003 war es soweit: Ein fabrikneuer Waschschleuderautomat der
Firma Miele wurde in der neuen Lehrwerkstatt für das Gebäudereiniger-Handwerk
in Hannover aufgebaut. WS 5071, so die Bezeichnung dieser
Industriewaschmaschine, eine Spende der Firma Miele & Cie. KG in Lehrte. Fast
acht Monate hatte es von der Antragstellung bis zur Aufstellung in der
Lehrwerkstatt, einem ehemaligen Fabrikgebäude direkt neben der
Berufsbildenden Schule für das Gebäudereiniger-Handwerk, gedauert. Viele
bürokratische Hürden mussten überwunden werden. Vier verschiedene Gewerke in
der Schule engagierten sich bei der Vorbereitung und bei der Umsetzung für
dieses Sponsoring-Projekt der Firma Miele.
Eine Idee von Ewald Opiela, seit zwei Jahren Fachpraxislehrer im Bereich der
Gebäudereinigung an der BBS 3. Oft hatte er die schmutzigen Wischtücher und
Möppe, die seine Schüler in der Fachpraxisausbildung (u.a. in der ÜBA)
verwendet hatten, mit nach Hause genommen und „heimlich in der häuslichen
Waschmaschine“ (übrigens auch eine Miele-Maschine und über 24 Jahre alt)
gewaschen. „So ganz recht war das meiner Frau nicht“, erzählt der Lehrer.
Aber sie sah die Not, und die Privatmaschine erhielt einen neuen Standort in
der BBS 3. Hier verrichtete sie bis vor ein paar Monaten artig ihren Dienst,
bis ein defekter Keilriemen dem Waschen ein vorläufiges Ende setzte. Jetzt
nutzte Ewald Opiela seine guten nachbarschaftlichen Verbindungen: „Über den
Gartenzaun“ sprach er den ehemaligen Werksleiter der Miele & Cie. GmbH & Co
in Lehrte, Volker Helert-Friedrich, an und fragte, ob es bei Miele ein
Sponsering gäbe. Quasi „über Nacht“ bemühte sich der Nachbar, und für den
jetzigen Werksleiter in Lehrte, Hugo Mantei, stand fest, dass man der BBS 3
eine Waschmaschine spenden wolle.
„Am 8. Mai 2003 wurde die Planung für diese Anlage in Angriff genommen“,
erinnert sich Manfred Liehe, zuständig bei Miele für den Kundenservice und
das Qualitätsmanagement für ganz Europa. „Eigentlich ist das nicht unsere
Aufgabe, da das alles über einen Installationsplan für die Maschinen geregelt
ist. Doch dies war eine Sondersache für einen guten Zweck“, betont Liehe.
Zeitliche Verzögerungen gab es dann durch bürokratische Hürden, und weil in
der Berufsschule Prüfungsstress herrschte. Die Maschine stand viele Monate im
Werk und wartete auf ihren Abtransport. „Wochenlang hatte ich das gute Stück
auf Wiedervorlage“, so Manfred Liehe von der Firma Miele.
„Ich traute meinen Augen nicht“, erinnert sich Ewald Opiela, als das
fabrikneue Gerät dann endlich in die Schule geliefert wurde. Sofort wurde die
Maschine getestet: Eifrig sammelte der Lehrer sämtliche schmutzigen Möppe und
Wischlappen in der Schule ein. Auch ein völlig grauer Teppich landete in der
Waschtrommel und kam nach einer Stunde „als weißer Teppich“ wieder heraus.
Über eine optische Schnittstelle in der Schalterblende der Waschmaschine
können 89 erweiterbare Programme zusätzlich zu den zehn Festprogrammen „ganz
einfach über einen Laptop vom Monteur“ aufgespielt werden. „Wir werden jetzt
noch spezielle Gebäudereiniger-Programme zufügen“, so Liehe, „die für Möppe
und Wischtücher gedacht sind“. „Solche zusätzlichen Programme werden für
unsere Kunden immer individuell und kostenlos vor Auslieferung eingerichtet
und aufgespielt.“
Der Waschschleuderautomat WS 5071 sieht schick aus: außen Edelstahl und ein
modernes Bedienungsdisplay. Er bietet 7,5 Kilogramm Wäsche (entspricht einem
Trommelvolumen von 73 Liter) Platz. Bei einer Schleuderzahl von maximal 1.200
Umdrehungen in der Minute können die gewaschenen Teile fast trocken nach
einer im Display angekündigten Zeit Sekunden genau entnommen werden. Viele
Einsatzmöglichkeiten hat dieser Allrounder: Hotellerie, Gastrononomie, Heime,
Krankenhäuser, gewerbliche Wäschereien, Reiterhöfe, Handwerk usw. In vielen
dieser Bereiche stehen Miele-Maschinen, die bis zu zwei Jahre als sogenannte
Testmaschinen laufen. „Wir wollen zufriedene Kunden und Geräte, die man
gebrauchen kann,“ erklärt Manfred Liehe von der Firma Miele in Lehrte. Seit
über 100 Jahren fertigt die Markenfirma gewerbliche und Haushaltsgeräte an
verschiedenen Standorten in Deutschland und mittlerweile auch in der ganzen
Welt. Ein „Familienbetrieb“ in der dritten Generation mit weltweit 14.000
Mitarbeitern.
Auch für eine leichte Bestückung der neuen Waschmaschine in der BBS 3 in
Hannover hat das Unternehmen gesorgt. Beim Aufbau wurde gleich vom Monteur
ein Sockel angeschraubt. Und die Frage zum Schluss: Was hat das die Firma
Miele gekostet? Immerhin 5.000 Euro! Fachpraxislehrer Ewald Opiela freut
sich: „Als die Maschine dann lief, war das wie Weihnachten!“ ... und das
passte ja in die Jahreszeit.
![]() Manfred Liehe, zuständig für den Kundenservice und das Qualitätsmanagement bei der Firma Miele & Cie. GmbH & Co. im Werk Lehrte, überzeugt sich selbst vor Ort in der neuen Lehrwerkstatt von der Waschqualität. |
![]() „Wie Weihnachten“, bedankt sich Ewald Opiela (li. i. Bild), Fachpraxislehrer der BBS 3 in Hannover, bei Manfred Liehe. |

