Glänzende Berufsaussichten:
Endlich raus aus der Arbeitslosigkeit!
Nach zwei unverschuldeten Fehlschlägen: Junge Frau nutzt Ausbildung im
Gebäudereiniger-Handwerk als Chance - Gute Berufsperspektiven in einem
abwechslungsreichen Dienstleistungsbereich - Vorbedingung: Handwerkliches
Geschick und Praxis.
Erst eine Lehre zur Bauzeichnerin, dann eine zur Möbeltechnikerin. Und nun,
mit 26 Jahren, hat Susanne Brand den dritten Ausbildungsvertrag
unterschrieben. Sie will Gebäudereinigerin werden und lernt das Handwerk von
der Pieke auf bei einem mittelständischen Unternehmen im niedersächsischen
Barnstorf/ Kreis Diepholz. Die beiden vorherigen Ausbildungsbetriebe mussten
wegen der schlechten Auftragslage ihre Türen schließen, und die junge Frau
stand mit ihren guten Abschlussnoten und mit viel Berufspraxis auf der
Straße. Doch so hatte sich Susanne Brand ihre berufliche Karriere nicht
vorgestellt. Lange Zeit arbeitslos zu sein, das kam für sie nicht in Frage.
Deshalb bewarb sie sich bei der LR Gebäudereinigung GmbH in Barnstorf als
Reinigungskraft. Firmeninhaberin Angelika Hinsenhofen erkannte während des
Vorstellungsgesprächs, dass die Bewerberin alles an Fähigkeiten mitbrachte,
um in diesem modernen und anspruchsvollen Dienstleistungsberuf gute
Zukunftschancen zu haben. „Nach einem Praktikum haben wir Frau Brand einen
Ausbildungsplatz angeboten“, betont Angelika Hinsenhofen (46 J.).
Seit dem 1. März 2004 arbeitet Susanne Brand im Unternehmen, hauptsächlich im
neuen Service-Bereich. Vor 51 Jahren wurde das Familienunternehmen von Heinz
Runge gegründet. Der Firmengründer und seine 12 Angestellten boten Leistungen
in der Glas- und Unterhaltsreinigung an. Heute führt die Tochter in der
zweiten Generation die Geschäfte. Mehr als 560 Mitarbeiter in
unterschiedlichen Bereichen des Gebäudereiniger-Handwerks sind bei der LR
Gebäudereinigung GmbH in Barnstorf tätig. Sie arbeiten in einem Radius von
bis zu 80 Kilometern. „Wir verstehen uns als regionaler Dienstleister im
Landkreis Diepholz und Umgebung. Hier liegen unsere Stärken. Kundennähe ist
für uns ein wesentlicher Erfolgsfaktor, der sich aus Qualität, Service und
kurzen Reaktionszeiten zusammensetzt“, betont Friedhelm Hinsenhofen (54 J.),
Ehemann und Partner der Chefin, zuständig für den kaufmännischen Bereich.
Seit dem letzten Jahr bildet das Unternehmen junge Menschen im Lehrberuf des
Gebäudereinigers aus. „Wir stellen uns der Verantwortung, jungen Menschen
eine Zukunftsperspektive in einem anspruchsvollen Ausbildungsberuf zu geben.
Für das neue Ausbildungsjahr suchen wir noch einen geeigneten Kandidaten“, so
Friedhelm Hinsenhofen. Schüler, die einen guten Hauptschul- oder
Realschulabschluss und handwerkliches Geschick mitbringen, haben gute
Chancen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Allein in Niedersachsen werden
in diesem Jahr über 500 Auszubildende in dieser Branche eingestellt.
„Gebäudereiniger zu sein, bedeutet nicht nur Putzen“, betont Susanne Brand.
Nötig sind unter anderem gute Chemie-Kenntnisse. Auch Christian Hinsenhofen
(20 J.), Sohn der Firmenchefs, macht eine Lehre im Betrieb. „Geht alles gut,
wird er 2010 das Unternehmen führen“, betont Angelika Hinsenhofen. Nach der
Lehre schließt sich die Meisterqualifikation an und dann noch eine
Wirtschaftsschule.
Das inhabergeführte Unternehmen legt auch viel Wert auf die Weiterbildung
seiner Mitarbeiter. Ständig gibt es neue Rechtsvorschriften, und außerdem
gilt die Forderung „Fit for Service“ in diesem Dienstleistungsberuf. „Wir
wollen unsere anspruchsvollen Qualitätsstandards sichern und unser Personal
für die Zukunft ausbilden und motivieren“, so Friedhelm Hinsenhofen. In
Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungswerk des Gebäudereiniger-Handwerks
Niedersachsen (BWNG) gibt es jeden Monat Trainingsmaßnahmen und Seminare.
Für Susanne Brand ist diese weitere Ausbildung zur Gebäudereinigerin eine
Chance mit „glänzenden Aussichten“. 2006 will sie die Gesellenprüfung ablegen
und dann sofort den Meisterkurs belegen. „Auch wenn man heute den
Meistertitel in unserem Bereich nicht mehr unbedingt benötigt, ist mir die
Anerkennung sehr wichtig“, betont die junge Frau, die unter der
Arbeitslosigkeit litt und „Vater Staat nicht länger auf der Tasche liegen“
wollte. „Der Meistertitel stärkt das Selbstbewusstsein und bürgt für Qualität
in unserem Gewerke“, da ist sich die junge Auszubildende ganz sicher.
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