25. Handwerkerabend auf dem größten Schützenfest der Welt


Hannover. -  Im Juli 2004 war es wieder soweit: Zehn Tage lang wurde in der Niedersächsischen Landeshauptstadt das größte Schützenfest der Welt gefeiert. Über 1,9 Millionen Besucher kamen nach Hannover zum 475. Jubiläum dieser Veranstaltung. Auch die Kreishandwerkerschaft Hannover hatte eingeladen. 24 Innungen meldeten sich an, und mit 1.300 Gästen bildete der traditionelle Handwerkerabend die größte Einzelveranstaltung.

Gebäudereinigermeister Günter Scharf aus Hemmingen übernahm in diesem Jahr die Aufgabe, die Standarte der Innung ins Festzelt zu tragen. „Es ist für mich eine Ehre“, betonte Günter Scharf, der in diesem Jahr für einen Kollegen als Ersatzmann einsprang. Bis vor zwei Jahren leitete der Gebäudereinigermeister in Hemmingen einen eigenen Glasreinigungsbetrieb mit etwa 50 Mitarbeitern. Über 35 Jahre war er in seinem erlernten Beruf tätig. Er besucht seit vielen Jahren diese Veranstaltung. Für ihn ist der Austausch auf diesem Fest mit Berufskollegen aus den anderen Innungen wichtig: „Wir sind wie eine große Familie und arbeiten Hand in Hand mit den anderen Gewerken.“

Seit 1529 dürfen die hannoverschen Bürger ihr Schützenfest feiern. Damit auf dieser Veranstaltung auch alles mit rechten Dingen zugeht, wachen seit 1710 die so genannten Bruchmeister über „Anstand und Ordnung“ auf dem Platz und in den Bierzelten. Frack und Zylinder sind ihre Markenzeichen. Sie beherrschen das Trinken der Lüttje-Lage, einer Bier-Korn-Spezialität, die mit einer ganz besonderen Technik aus zwei Gläsern gleichzeitig „gekippt“ sein will.

Wer einmal in Hannover auf dem Schützenfest war, kommt wieder: Auch aus dem Süden Deutschlands, aus Laichingen, reiste ein Gebäudereinigermeister an und feierte mit.

Fotos

[Text & Fotos: Ira Thorsting]





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