Zukunft durch Leistung
Kammern zeichnen 66 Landessieger im Leistungswettbewerb aus
Marc Trossen ist dabei
Hannover/Oldenburg. „Mit Leistungsbereitschaft wachsen Zuversicht und Freude, die Zukunft zu gestalten, Krisen zu überwinden, das Leben zu meistern.“ – So der Oldenburger Bischof Peter Krug am 1. November 2005 in seiner Festrede bei der Ehrung der Landessieger im praktischen Leistungswettbewerb der niedersächsischen Handwerksjugend. In der Weser-Ems-Halle, Oldenburg, wurden 26 Gesellinnen und 40 Gesellen für hervorragende Leistungen ausgezeichnet.
Gernot Schmidt, Präsident der Vereinigung der Handwerkskammern Niedersachsen (VHN), betonte in seiner Ansprache, dass Deutschland als Hochlohnland langfristig nur mit Produkten und Dienstleistungen bestehen könne, die von Fachleuten hergestellt werden. Seiner Meinung nach wird der Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitnehmern als Folge des demographischen Wandels ab 2010 stark ansteigen. Fort- und Weiterbildung, Höherqualifizierung und lebenslanges Lernen werden immer wichtiger. Schmidt forderte eine Weiterbildungsoffensive für den Mittelstand.
Der VHN-Präsident betonte, dass sich die Betriebe auf eine stärkere Konkurrenz der Wirtschaft um qualifizierten Nachwuchs und Facharbeitskräfte einstellen müssen. Nur diejenigen werden seiner Meinung nach diesen Konkurrenzkampf gewinnen, die ihren Mitarbeitern adäquate Qualifizierungsmaßnahmen und Aufstiegschancen bieten. Die eigene Nachwuchsbildung sei unerlässlich. Gernot Schmidt appellierte an die Betriebsinhaber: „Lassen Sie in Ihren Ausbildungsbemühungen nicht nach, so schwer dies angesichts der wirtschaftlichen Probleme in diesem Land auch ist!“
Marc Trossen (20 J.) aus Klein Ilsede bei Peine ist einer der Preisträger. Sein Ausbildungsbetrieb war die Peiner Glas- und Gebäudereinigung. Erst Landes-, dann Bundessieger im Leistungswettbewerb des Gebäudereiniger-Handwerks. Anfang November wurde er als die Landessieger der Handwerksjugend in Oldenburg geehrt. Am 11. November steht die Kammersiegerehrung in Braunschweig an, und am 26. November erhält er eine weitere Auszeichnung in Düsseldorf: Bundessieger der Handwerksjugend. „In Niedersachsen hatten wir auch in den letzten Jahren immer wieder besonders engagierte und begabte Auszubildende im Gebäudereiniger-Handwerk“, betonte RA Burkhard Räcker, Geschäftsführer der Landesinnung Niedersachsen. In den Jahren 2001 und 2002 gab es jeweils einen 2. Platz in der bundesweiten Ausscheidung für Niedersachsen. Den Bundessieg holte 1997 auch schon Andrea Lindenmann aus Papenburg, wie einige Jahre zuvor Carmen Walter aus Arnum.
In diesem Jahr waren die Besten in der Endausscheidung zum Landessieger fast punktgleich. Die Prüfer unter der Leitung von Hans-Rainer Bialas, dem Vorsitzenden des Gesellenprüfungsausschusses der Landesinnung, waren sich trotzdem einig: Eine knappe Entscheidung für Marc Trossen und seine „Glanzleistungen“. Die nächste Etappe war der Bundesleistungswettbewerb des Gebäudereiniger-Handwerks in Hamburg. Auch hier lag der 20Jährige am Ende vorn.
Marc Trossen sind die vielen Ehrungen nicht zu Kopf gestiegen. Er nutzt die Erfahrungen, die er aus den Wettkämpfen mitnimmt. „Für mich waren das alles Vorprüfungen auf die Meisterprüfung.“ Der Gebäudereiniger-Geselle drückt seit ein paar Monaten wieder die Schulbank. „Erst den Meistertitel, anschließend einige Jahre in der Gebäudereiniger-Branche arbeiten und dann weiterqualifizieren.“ Als Fachlehrer möchte er später jungen Auszubildenden sein Handwerk näher bringen. Ehrgeiz und das Bewusstsein, dass man in dieser Branche sicherlich nie arbeitslos wird, treiben ihn an. Seine Preisgelder verwendet er für die Meisterschule. Hier ist er Jüngster in seiner Klasse und sicherlich ein Vorbild und Mutmacher getreu dem Motto auf der Landessiegerehrung im praktischen Leistungswettbewerb „Leistung sichert Zukunft“.
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[Text & Fotos: Ira Thorsting]